Vorsorge ist das A und O für Pflegende

Gepostet am September 11, 2014 von Ina Schumann

Das Pflegen von kranken oder hilfsbedürftigen Menschen ist eine sehr wichtige und auch schöne Aufgabe, doch gerade in der Krankenpflege kann die hohe körperliche und psychische Belastung zu einem Gesundheitsrisiko werden. Nachtschichten und Überstunden, aber auch der Umgang mit Tod und Sterben verursachen zusätzlichen Stress. Kennst du das?

Nach der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) hat die Arbeitsbelastung in den Pflegeberufen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Oft ist das Personal knapp und es wird häufig von einem Pflegenotstand gesprochen, weil es zu wenig qualifiziertes Personal und immer mehr Pflegebedürftige gibt. Körper und Psyche werden stark belastet: Der tägliche Umgang mit Menschen, die auf ihre Hilfe angewiesen sind, kann zu emotionellem Ballast werden. Schweres Heben kann Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachen. Das Personal ist außerdem Risiken wie Chemikalien oder Infektionsgefahren ausgesetzt und arbeitet in Nachtschichten: Rückenbeschwerden, Hauterkrankungen, Stress und Burnout, Gewalterfahrungen und Infektionen zählen heute zu typischen Risiken der Pflegenden und können oft sogar zu Berufsunfähigkeit führen. Deshalb ist es wichtig, dass du Risiken und möglichen Gefahren bewusst vorbeugst.

Hier sind 14 Tipps für deine Gesundheit:

  1. Achte auf einen ergonomische Arbeitsplatz. Zum Beispiel verringern automatische Türen und höhenverstellbare Arbeitsflächen wie Betten, Badewannen und Toiletten deutlich die körperliche Belastung.
  2. Meide schweres Heben und entlaste deinen Rücken, indem du beispielsweise das Bett auf Hüfthöhe einstellst, bevor du den Patient anhebst. Arbeite außerdem immer körpernah, um die Hebelwirkung zu reduzieren. Schone deine Kräfte: Trage bei Lageveränderungen weder Beine noch Körper und führe stattdessen das Körpergewicht über die Liegefläche.
  3. Denke an deine Gesundheit und frage lieber einmal zu viel nach Hilfe bei der Betreuung eines Patienten. Viele Patienten werden am besten zu zweit betreut.
  4. Benutze jeden Tag eine Hautschutzcreme, bevor du anfängst zu arbeiten.
  5. Trage nie Ringe oder Armbänder während der Arbeit, denn darunter könnten sich leicht Flüssigkeiten anstauen und Chemikalien ansammeln.
  6. Desinfiziere regelmäßig deine Hände und trage so oft wie möglich Schutzhandschuhe. Verhalte dich immer so, als ob eine Infektion vorhanden wäre und gib am besten niemandem die Hand.
  7. Gerade Influenza ist sehr leicht übertragbar, lasse dich regelmäßig dagegen und auch gegen das jeweilige aktuelle Virus impfen.
  8. Stelle dir im Voraus einen groben Tagesplan auf um Zeitdruck und Stress zu vermindern.
  9. Um schwierige Situationen einfacher zu meistern, hilft es beispielsweise Balint-Gruppen unter Leitung eines erfahrenen Psychotherapeuten beizutreten.
  10. Auch das Arbeitsklima trägt viel zum psychischen Wohlbefinden bei, rede viel mit deinen Kollegen und teile mit ihnen schöne und weniger schöne Momente.
  11. Erfreue dich an kleinen Komplimenten und Bedankungen deiner Patienten.
  12. Achte darauf, vor Nachtschichten ausreichend zu schlafen und gut zu essen. Vermeide zu viel Koffein – ein kurzer Spaziergang in der Pause erfrischt den Geist und hilft, zwischendurch abzuschalten. Entspanne dich auch nach der Schicht indem du etwas liest oder Fernsehen schaust bevor du schlafen gehst.
  13. Seitens des Arbeitgebers sollte Familienfreundlichkeit gewährt werden, denn bekannterweise arbeitest du produktiver, wenn du dich ausgeglichen fühlst und die Möglichkeit hast, Zeit mit der Familie zu verbringen. Die Arbeitspläne sollten frühzeitig aufgestellt werden, so dass jeder die Möglichkeit hat, auch privat Pläne zu machen.
  14. Hin und wieder musst du dich auch mal selbst für deine täglichen Leistungen belohnen: Entspanne dich oder gehe gemeinsam mit Freunden oder Familie essen.

Generell ist es wichtig, dass du mit deinen Patienten darüber sprichst, wie sie gerne behandelt werden würden und dir vielleicht sogar dabei von ihnen selbst helfen lässt. Nimm dir für eine Aufgabe lieber mehr Zeit als eigentlich nötig wäre und arbeite dafür immer genau und gewissenhaft. So kann eigentlich nichts mehr schief gehen!

Burnout-Prävention, gesund arbeiten, Gesundheitstipps


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