Eine App vom Arzt verordnet?

Gepostet am Mai 30, 2014 von Ina Schumann

Wir alle haben von Gesundheits-Apps gehört – sei es für die persönliche Fitness, Ernährung oder Warnung vor Pollenflug. Aber wie sieht es aus mit professionellen Medizin-Apps?

Wir reden von mobilen Anwendungen, die Patienten bei der Früherkennung von Krankheiten unterstützen, zu einem gesundheitsförderlichen Lebensstil beitragen oder das Leben mit chronischen Krankheiten erleichtern. Dazu gehören Diagnose-Apps oder beispielsweise Apps für Diabetes-Patienten, mit denen Messwerte (Blutzucker, Blutdruck), Ernährungs- und Bewegungsverhalten dokumentiert und mit dem Arzt geteilt werden können. Andere Apps erinnern präventiv an Medikamenteneinnahme und Behandlungstermine.

In Großbritannien prüft und empfliehlt die NHS bereits Apps, um die Patienten besser einzubinden und um Arztbesuche zu reduzieren. Laut einer Umfrage in den USA haben 37% der befragten Ärzte schon einmal eine App verordnet. Doch die Meinung ist gespalten: Die Mehrheit würde keine Apps verschreiben, da die rechtlichen Rahmenbedingungen und Langzeitwirkungen noch ungeklärt sind. Sie fürchten außerdem die Datenmenge an persönlichen Messwerten der Patienten zur Selbstkontrolle.

Dabei zeigt sich klar die Tendenz, dass mehr und mehr Patienten „Self-Tracking“ betreiben und ihre Patientenakte gern elektronisch einsehen würden. Fast die Hälfte der über 60-Jährigen nutzt das Internet regelmäßig. Davon erfasst jeder Dritte Blutdruck und Gewicht (38%), jeder Sechste dokumentiert sportliche Aktivitäten (15%) und jeder Zehnte hält Krankheitssymptome fest (9%). Die Patienten scheinen bereit für die Nutzung professioneller Gesundheits-Apps, doch bisher ist deren Nutzung nicht ohne Risiken. Fragen zu Haftung und Vergütung medizinischer Beratung stehen der Online-Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten noch im Weg. Auch fehlen verbindliche Standards und Kontrollen und die meisten Apps unterliegen keinem staatlichen Prüfsiegel für Medizinprodukte wie z.B. dem CE Kennzeichen. (Quelle: healthon.de)

Dennoch sind viele Apps sinnvoll, vor allem wenn es um Vorsorge wie beispielsweise beim Impfschutz geht. Wir raten, auf Apps ohne hinreichenden Datenschutz zu verzichten und darauf zu achten, welche Daten an wen übertragen werden. Durch Initiativen vergebene Prüfsiegel und Empfehlungen sowie offen kommunizierte Prüfkriterien, Leistungsumfang und deren Einschränkungen helfen bei der Auswahl.

Letzten Endes geht's um dich: Sei selbst aktiv für deine eigene Gesundheit – umso besser, wenn dir dabei eine App hilft!

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